Osterdatum | Wann ist Ostern?

Das Osterdatum ist das Datum des Osterfestes im Kirchenjahr. Ostern ist als Feier der Auferstehung Jesu Christi von den Toten das wichtigste und älteste Fest der Christen. Nach neutestamentlicher Überlieferung ereignete sich die Auferstehung Christi in den Tagen des jüdischen Pessachfests, das im Frühling stattfindet. Auf dem Konzil von Nicäa im Jahre 325 wurde das Datum des Osterfestes daher auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Vereinbartes Datum für den dem Frühlingsvollmond vorangehenden Frühlingsanfang ist der 21. März, sodass der früheste Ostersonntag auf den 22. März fällt. Spätestes Osterdatum ist der 25. April. Nach dem Datum des Osterfestes richten sich fast alle anderen beweglichen Feiertage im Kirchenjahr.

Der Kalendertag der Auferstehung Jesu Christi
Ostern wird im Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Zur Zeit seiner Kreuzigung und Auferstehung in Jerusalem galt im Judentum ein lunisolarer Festkalender nach biblisch fundierten Regeln, der auch für die Christen hinsichtlich des Osterfestes maßgeblich blieb. Später übernahm das Christentum das solare System des julianischen Kalenders, während die Regeln des jüdischen Kalenders im 4. Jhdt. unter dem Patriarchen Hillel II. systematisch festgelegt wurden.

Die Bibel als Quelle für den Kalendertag der Auferstehung Jesu Christi
Anhaltspunkt für die Datumsübertragung aus dem jüdischen lunisolaren Kalendersystem in den solaren julianischen bzw. gregorianischen Kalender ist das jüdische Pessachfest, in dessen zeitlicher Nähe nach neutestamentlichem Zeugnis die Kreuzigung Jesu stattfand. Pessach dauert stets vom 15. bis zum 22. Tag im Monat Nisan. Der 14. Nisan wird im Judentum hebräisch Erev Pessach oder Rüsttag zu Pessach genannt und dient zur Vorbereitung des Festes.

Die biblische Überlieferung ist hinsichtlich der letzten Lebenstage Jesu nicht eindeutig. Maßgeblich sind die Passions- und Osterberichte der Evangelien, wobei das Johannesevangelium die historisch glaubwürdigste Darstellung bietet. Einstimmig berichten die vier Evangelien, dass die Kreuzigung am Rüsttag zum Sabbat stattgefunden habe (Mk 15,42 EU). Nach dem Johannesevangelium war der Todestag Jesu sowohl der Rüsttag zu einem Sabbat (Joh 19,31 EU) als auch der Rüsttag zu Pessach (Joh 19,14 EU), der auf den 14. Nisan fällt. Die synoptischen Evangelien hingegen identifizieren das Letzte Abendmahl mit dem Sedermahl zum Auftakt des Pessach, woraus folgt, dass die Kreuzigung am Nachmittag des Hauptfeiertags des Pessachfestes, also am 15. Nisan stattgefunden habe (Mk 14,12 EU). Nach allen Evangelien wurde der Leichnam Jesu vor Beginn des Sabbats bestattet (Joh 19,31–42 EU). Am Sabbat herrschte Grabesruhe. Die Auferstehung ereignete sich „am dritten Tage“ (1 Kor 15,4 EU) von der Kreuzigung an gerechnet. Unabhängig von der widersprüchlichen Datumsangabe wird also die Reihenfolge der Ereignisse einheitlich dargestellt: letztes Mahl an einem Donnerstag (Gründonnerstag), Kreuzigung und Tod an einem Freitag (Karfreitag), Grabesruhe am folgenden Samstag (Sabbat, Karsamstag) und Auferstehung am folgenden Sonntag (Ostersonntag).

Die Christenheit rechnete schon früh mit dem 14. Nisan als Tag der Kreuzigung und mit dem 16. Nisan als Tag der Auferstehung Christi. Moderne Historiker halten diese Daten auch für die wahrscheinlichsten, weil die von den Synoptikern berichteten Aktivitäten der jüdischen Autoritäten an einem 15. Nisan als hohen Feiertag nicht plausibel sind.

Im lunisolaren jüdischen Kalender handelt es sich demnach um fixe Daten im Kalenderjahr. Im solaren julianischen Kalender werden daraus in einem Zeitraum von mehr als vier Wochen liegende variable Daten, deren Bestimmung als sogenannte Osterrechnung einigen Aufwand erfordert.

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Die Osterrechnung im julianischen und im gregorianischen Kalender
Für die zyklische Bestimmung des Frühlingsvollmondes wurde in Rom die Rechnung auf einen 84-Jahre-Zyklus aufgebaut, während in Alexandria von Anfang an der 19-jährige Mondzirkel herangezogen wurde. Die Rechenmethode der Alexandriner setzte sich wegen der größeren erreichbaren Genauigkeit durch. 19 Jahre entsprechen 235 Mondmonaten, und es gibt nur 19 verschiedene Daten für den Frühlingsvollmond, nämlich zwischen dem 21. März und dem 18. April den

5. April, 25. März, 13. April, 2. April, 22. März, 10. April, 30. März, 18. April, 7. April, 27. März, 15. April, 4. April, 24. März, 12. April, 1. April, 21. März, 9. April, 29. März und den 17. April (Reihenfolge chronologisch über 19 Jahre mit Goldener Zahl = 1 bis 19).

Am darauffolgenden Sonntag ist Ostern. Fällt der Frühlingsvollmond auf einen Sonntag, ist Ostern erst eine Woche später. Der erste mögliche Termin für Ostersonntag ist der 22. März (ein Tag nach dem 21. März), das letzte mögliche Datum der 25. April (sieben Tage nach dem 18. April).

Im julianischen Kalender hat ein Osterzyklus eine Periodendauer von 532 Jahren. Danach beginnt die Reihe von 532 Oster-Terminen wieder von vorn. Diese Zahl ist das kleinste gemeinsame Vielfache aus der Periode des Mondzirkels (19 Vollmond-Daten), der 7-Tage-Woche (reguläre jährliche Verschiebung der Wochentage um einen Tag) und der Schaltperiode (Verschiebung der Wochentage um zwei Tage alle vier Jahre): 19 × 7 × 4 = 532.

Die ersten alexandrinisch bestimmten Oster-Tabellen stammen von Bischof Eusebius von Caesarea, die mit dem ersten Jahr in der Ära des Diokletian (Märtyrer-Ära) beginnen, dem Jahre 285.[2] Dionysius Exiguus setzte die Tafeln des Eusebius bis zum Jahr 531 fort und begann 532 einen neuen Osterzyklus. Seine Dionysianischen Tafeln enthalten Osterdaten für 95 Jahre (532 bis 627). Beda verlängerte sie später (725) auf die gesamte Länge dieses Osterzyklus (532 bis 1063).[2]

Dionysius stellte fest, dass der 21. März 1 v. Chr. ein Sonntag war. Das ungefähre Zusammentreffen des Beginns der christlichen Zeitrechnung mit dem Beginn des von Dionysius bis zum Jahr 531 n. Chr. fortgesetzten Zyklus werden später als günstige Umstände für die allgemeine Annahme der Alexandrinischen Methode gedeutet.

Ein früher Kritiker der seit Beda etablierten Osterrechnung war Reinher von Paderborn in seinem Werk Computus emendatus von 1171. Er kritisierte, dass man sich nicht genau an den jüdischen Kalender („das Gesetz“) hielte und folglich gelegentlich ein nicht zutreffendes Datum ermittele. Er erinnerte daran, dass der jüdische Kalender weder bezüglich des Frühlingsanfangs noch bezüglich des ersten Frühlings-Mondmonats zyklisch starr gehandhabt werde. Auf diese Weise entstehe zum Beispiel ein Kalenderjahr mit durchschnittlicher Länge von 365,2468 Tagen. Im Computus wird mit 365,2500 Tagen gerechnet, was zum Beispiel einen Tag Abweichung in etwa 314 Jahren ausmache.[3] Reinher gab ein verbessertes – “dem Gesetz gehorchendes”, aber dennoch zyklisches Verfahren − an, das aber nicht offiziell angewendet wurde.

Bei der gregorianischen Kalenderreform im Jahre 1582 wurde nicht nur der Kalender besser an das Sonnenjahr angepasst (365,2425 Tage, nicht die weniger genauen 365,2468 Tage aus dem jüdischen Kalender), sondern auch der kleine Fehler in der dem Mondzirkel zugrunde liegenden Gleichung (235 Mondmonate = 6939,75 Tage) korrigiert. Der danach berechnete Vollmond verspätet sich gegenüber dem tatsächlichen über lange Zeit etwas. Die inzwischen aufgelaufene Verspätung von einigen Tagen wurde kompensiert und festgelegt, dass künftig gelegentlich ein Schalttag ausfallen (Sonnengleichung) soll und auch das Vollmonddatum gelegentlich um einen Tag früher anzusetzen ist (Mondgleichung).

Durch diese Maßnahmen kann die reformierte Oster-Rechnung auch zum 26. April als spätesten Ostersonntag führen, denn für den Vollmond gibt es jetzt nicht mehr nur 19 Daten, sondern alle 30 Tage eines vollen Monates. Der letzte dieser Tage ist der 19. April (der 30. Tag nach dem 21. März). Um die Tradition aus julianischer Zeit (Ostern nicht später als am 25. April) nicht aufgeben zu müssen, wurden zwei Regeln hinzugefügt:

Ist der zyklische Vollmond am 19. April, und dieser ist ein Sonntag, so wird er auf den 18. April zurückverlegt.
Ist der zyklische Vollmond in derselben Periode des Mondzirkels am 18. April, und dieser ist ein Sonntag, so wird er auf den 17. April zurückverlegt.
Mit der zweiten Regel wurde sichergestellt, dass Ostern innerhalb einer Periode des Mondzirkels nicht zweimal auf den gleichen Kalendertag nach dem 18. April fällt, was traditionell auch nicht möglich war. Der Osterzyklus ist im gregorianischen Kalender auf 5.700.000 Jahre angewachsen, was jedoch nur theoretische Bedeutung hat, denn nach so langer Zeit werden sich auch die mit den genaueren Regeln des gregorianischen Kalenders ermittelten Osterdaten vollkommen von den astronomischen Realitäten entfernt haben.[4][5]

Mit Ausnahme der finnischen orthodoxen Kirche wird in allen orthodoxen Kirchen – auch bei den sogenannten Neukalendariern, die für die festen Feiertage heute den westlichen Kalender verwenden – bei der Berechnung des Osterdatums am unreformierten julianischen Kalender und an der damaligen Osterrechnung festgehalten. In allen orthodoxen Kirchen gilt die Regel, dass das Osterfest nicht vor dem jüdischen Pessach-Fest liegen darf, was allerdings wegen der allmählichen Verschiebung des julianischen Kalenders im Verhältnis zum jüdischen Kalender ohnehin seit Jahrhunderten nicht mehr möglich ist und daher bei der Berechnung heute nicht mehr gesondert berücksichtigt werden muss.[6] Das Festhalten am julianischen Kalender kann dazu führen, dass das orthodoxe Osterfest im Extremfall fünf Wochen später stattfindet als das der lateinischen Kirche.
Quelle: Wikipedia

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